Bushcraft

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Was ist Bushcraft?

Im Grunde beschreibt das Wort die Fähigkeiten sich mittels der zur Verfügung stehenden Mittel und Fähigkeiten, in freier, möglichst wilder Natur, zurechtfinden zu können. Zurechtfinden bedeutet aber nicht nur sich zu orientieren. Fähigkeiten wie Nahrungsbeschaffung, Werkzeugherstellung, Feuer machen und dem decken der menschlichen Grundbedürfnisse, sind essentielle Grundbestandteile des Bushcraft. Es wird an dieser Stelle sehr deutlich, dass Bushcraft ein wenig mehr ist als die Seite 3 eines Ausrüstungskatalogs und der darin beschriebenen Abenteuerlust.

Um Bushcraft zu erleben braucht man keine Ausbildung, wie es einige Schulen oder Akademien versuchen zu suggerieren. Es braucht in erster Linie einen aufgeschlossenen Geist und eine grosse Portion Lust an neuen und oft ungewöhnlich anmutenden Herangehensweisen der Bedürfnisbefriedigung. Luxusbedürfnisse werden dabei aber in keinster Weise berücksichtigt. Es geht um Grundbedürfnisse: Wärme, Trinken, Essen, Schlaf. Nach maslowschen Maßstäben zählt auch die Atmung (saubere Luft) zu den Grundbedürfnissen, die beim Bushcraft jedoch eher eine indirekte Rolle spielt. Saubere Luft hat der Bushcrafter genug, ist er ja überwiegend in der Wildnis Zuhause.

Wenn man es ganz genau und dogmatisch betreibt, folgt Bushcraft einigen Regeln. Diese Regeln sind aber leider nicht als Gebote niedergeschrieben, ergeben sich im Grunde aus nicht mehr als der Interpretation einiger Publikationen derer, die das Bushcraft in der modernen Welt etabliert haben. Zu diesen Pionieren gehören unter anderem: Mors Kochanski, Les Hiddins oder Ray Mears. Aber keiner von denen ist ein, auf moderne Hilfsmittel verzichtender, in Einsamkeit und Fern ab der Zivilisation lebender, Eremit. Wir Bushcrafter sind keine bekloppten Typen die den ganzen Tag in Lodenkotzen umherlaufen und verrückte Tränke am Feuer brauen, um eine Einheit mit den Naturgeistern zu bilden. Jedenfalls ist das nicht die Regel. Einige wenige wird es sicher geben ;-) Was Bushcraft allerdings nicht ausmacht, ist das ankaufen von teurer Ausrüstung um sich ganz alleine darauf zu verlassen, dass die angelegte Kohle den Komfort im freien hebt. Der Grundgedanke von Nachhaltigkeit und direkten Kontakt zur Natur, geht dabei dann leider viel zu häufig verloren. Teuer und hochwertig darf die Ausrüstung durchaus sein. Aber sie muss es nicht! Bushcraft funktioniert mit einem Müllsack und einem Haushaltsmesser ebenso, wie mit einem modernen Zelt und einem handgefertigten Sammlermesser.

Bushcraft muss also nicht zwingend als Vollzeit-Lifestyle er-und gelebt werden. Es ist absolut Familientauglich und ein jeder darf und soll sich das davon nehmen, was ihm/ihr gut tut!

(Daniel Meyer)